Was VPD beschreibt
VPD steht für Vapor Pressure Deficit, also Dampfdruckdefizit. Vereinfacht beschreibt der Wert die Differenz zwischen dem maximal möglichen Wasserdampfdruck bei einer bestimmten Temperatur und dem tatsächlich vorhandenen Wasserdampfdruck.
Damit wird sichtbar, warum dieselbe relative Luftfeuchtigkeit bei unterschiedlichen Temperaturen nicht dieselbe Situation bedeutet. Michigan State University Extension beschreibt VPD deshalb als hilfreicheren Indikator für Transpiration und Wasserverlust als relative Luftfeuchtigkeit allein.
Warum ein einzelner VPD-Wert wenig erklärt
Ein einzelner Wert zeigt nur einen Moment. Für spätere Entscheidungen sind häufig andere Fragen wichtiger: War das Klima mehrere Stunden stabil? Trat die Veränderung nach einer Änderung an Lüftung, Licht oder Bewässerung auf? War Tag oder Nacht? Zu welcher Phase und welchem Standort gehörte der Wert?
Air VPD und Leaf VPD nicht verwechseln
Ein aus Raumtemperatur und Luftfeuchte berechneter Wert beschreibt das Luftklima. Wird zusätzlich die Blatttemperatur berücksichtigt, lässt sich ein blattbezogener VPD ableiten. Beides ist nicht automatisch identisch. Deshalb sollte eine Software dokumentieren, auf welchen Messgrößen ein berechneter Wert basiert.
Was Florasam mit VPD sinnvoll machen kann
Florasam soll Messwerte nicht als lose Zahlenreihe behandeln. Temperatur, Luftfeuchte und daraus berechnete Werte können einem Grow, einer Phase, einem Zeitpunkt und später auch Änderungen oder Aufgaben zugeordnet werden.
Damit kann eine Verlaufssicht wichtiger werden als ein perfekter Zielwert: Wann hat sich das Klima verändert, was wurde kurz davor angepasst und trat dasselbe Muster schon früher auf?
Automatische Sensorwerte sollen dabei optional bleiben. Manuelle Einträge müssen weiterhin möglich sein.
Was Florasam nicht behaupten sollte
Es gibt nicht den einen universellen VPD-Wert, der für jede Pflanzenart, jede Entwicklungsphase und jedes Setup gleichermaßen optimal ist. Florasam sollte deshalb keine scheinbar perfekten Klimawerte versprechen, sondern Werte, Verlauf und den eigenen Kontext nachvollziehbar machen.
Quelle & fachlicher Hintergrund
Grundlage für die Einordnung von VPD und Transpiration ist unter anderem die Veröffentlichung von Michigan State University Extension: Why should greenhouse growers pay attention to vapor-pressure deficit?
